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	<title>Finanzen Archive - ProID</title>
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		<title>Ist die Stagflation noch aufzuhalten? Teil 1: Die Dekade der Inflation</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Feb 2022 06:30:13 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Vermögensaufbau]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://pro-id.net/finanzen/ist-die-stagflation-noch-aufzuhalten-teil-1-die-dekade-der-inflation/">Ist die Stagflation noch aufzuhalten? Teil 1: Die Dekade der Inflation</a> erschien zuerst auf <a href="https://pro-id.net">ProID</a>.</p>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><em>Mein Artikel wurde bereits am 3. Februar 2022 auf <a href="http://www.goldblog.eu">www.goldblog.eu</a> veröffentlicht.</em></p>
<p>Mittlerweile hat es sich schon an den Märkten herumgesprochen, dass die derzeitige Inflation wohl doch nicht so „vorübergehend“ ist, wie es vor einigen Wochen der FED-Chef Jerome Powell sehen wollte. Klammheimlich strich er das Vokabular aus seinem Duktus. Naja, im Grunde genommen hat er ja auch Recht. Was bedeutet schon „vorübergehend“. Da kommt mir der ehemalige US-Präsident Nixon in den Sinn. Der hatte am 15. August 1971 auch die „vorübergehende“ Entkopplung des Dollars vom Goldpreis verkündet. Daraus sind immerhin schon 50 Jahre geworden. Vorübergehend heißt nun mal nur, nicht für ewig. Was ist schon ewig?<br />Auf jeden Fall dürfte es die Inflation auch nicht sein. Die Geschichte lehrt ja schließlich auch, dass Hyperinflationen nicht von Ewigkeit sind. Eine Währungsreform später ist die ungeliebte Inflation wieder vorüber. Das hart ersparte aber auch – wenn man sich darauf nicht vorbereitet.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h2>Die nicht enden wollende Inflation</h2>
<p>Derzeit jedenfalls sind wir noch weit entfernt von einer Währungsreform. Aber vom Ende der Inflation mindestens genauso. Es gibt viele Anzeichen die dafürsprechen, dass diese Dekade eine inflationäre sein wird. Zwar versuchen die Experten wieder zu beschwichtigen, dass die Inflation zwar nicht ganz so vorübergehend sei, aber zum Ende des Jahres abklingen werde. Es fragt sich nur, warum das geschehen sollte. Das könnte zum Beispiel passieren, wenn wir in eine langanhaltende Phase der Stagnation eintreten, also eines stagnierenden, wenn nicht sogar schrumpfenden BIP. Allerdings spricht vieles eher dafür, dass wir beides bekommen werden. Stagnation und Inflation. Das möchte ich nun etwas weiter ausführen.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_2  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong> Chart 1: Inflationsrate in Deutschland im Vergleich zum Vorjahresmonat seit Dez 2020 [STATISTA 2022]</strong> </p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_0">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img fetchpriority="high" decoding="async" width="953" height="593" src="https://pro-id.net/wp-content/uploads/2022/02/Inflation-Deutschland-Dez-20-Dez-21.png" alt="" title="Inflation Deutschland Dez 20-Dez 21" srcset="https://pro-id.net/wp-content/uploads/2022/02/Inflation-Deutschland-Dez-20-Dez-21.png 953w, https://pro-id.net/wp-content/uploads/2022/02/Inflation-Deutschland-Dez-20-Dez-21-480x299.png 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) 953px, 100vw" class="wp-image-1559" /></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Wie Chart 1 unzweifelhaft illustriert, haben wir seit mehr als einem Jahr eine anhaltend steigende Teuerungsrate. Wohlgemerkt handelt es sich dabei um den Verbraucherpreisindex, also einer offiziellen Zusammenstellung eines mehr als fraglichen Warenkorbes, der mit Sicherheit nicht die tatsächliche Inflation wiedergibt. Im Studium habe ich einmal gelernt, dass Inflation immer dann steigt, wenn mehr Geld als Waren und Dienstleistungen in einem volkswirtschaftlichen Gesamtsystem vorhanden sind. Die folgende Abbildung verdeutlicht diesen Zusammenhang eindringlich, wie ich finde.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_4  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Chart 2: Preisindex in Form einer Waage [GOLDSILBER (2021)]<br /></strong></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_1">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img decoding="async" width="555" height="653" src="https://pro-id.net/wp-content/uploads/2022/02/Waage_Inflation_Goldsilber.png" alt="Preisindex in Form einer Waage" title="Waage_Inflation_Goldsilber" srcset="https://pro-id.net/wp-content/uploads/2022/02/Waage_Inflation_Goldsilber.png 555w, https://pro-id.net/wp-content/uploads/2022/02/Waage_Inflation_Goldsilber-480x565.png 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) 555px, 100vw" class="wp-image-1560" /></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Demnach ergibt sich die Inflation gemäß der Quantitätsgleichung aus der emittierten Geldmenge abzüglich dem Wirtschaftswachstum im gleichen Betrachtungszeitraum. Bereits Anfang 2021 hatten wir demnach eine wahre Inflation von fast 16 Prozent. Diese mag zu diesem Zeitpunkt bei dem Verbraucher (noch) nicht spürbar angekommen sein, wird es aber früher oder später, wenn die Wirtschaft nicht der Geldmenge entsprechend wächst. Dies bedeutet, dass kein Notenbanker Stagnation gebrauchen kann. Zugegeben, wer kann das schon?</p>
<p>Laut US-amerikanischen Consumer Price Index (CPI) bewegte sich die Inflation bei unserem großen Bruder aus Übersee sogar schon bei 7 Prozent. Laut Shadow Government Statistics betrug die wahre Inflation am Ende des vergangenen Jahres ca. 15 Prozent.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_6  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Chart 3: Consumer Price Index (rot) und die verdeckte Inflation Shadow Government Statistics Inflation (blau), Basisjahr 1980 [SHADOWSTATS (2022)]<br /></strong></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_2">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img decoding="async" width="761" height="497" src="https://pro-id.net/wp-content/uploads/2022/02/Wahre-Inflation-ShadowStats-1980-Based.png" alt="Consumer Price Index (rot) und die verdeckte Inflation Shadow Government Statistics Inflation (blau), Basisjahr 1980" title="Wahre Inflation ShadowStats (1980-Based)" srcset="https://pro-id.net/wp-content/uploads/2022/02/Wahre-Inflation-ShadowStats-1980-Based.png 761w, https://pro-id.net/wp-content/uploads/2022/02/Wahre-Inflation-ShadowStats-1980-Based-480x313.png 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) 761px, 100vw" class="wp-image-1561" /></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Schaut man sich die Bilanzsummen der beiden großen Zentralbanken von Europa und den USA an, darf einen diese gewaltige Entwicklung nicht wundern.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_8  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Chart 4: Bilanzsumme der EZB in EUR von 2004 bis Januar 2022 [TG (2022)]</strong></p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Chart 5: Bilanzsumme der FED in USD von 2004 bis Januar 2022</strong></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_4">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img decoding="async" width="839" height="764" src="https://pro-id.net/wp-content/uploads/2022/02/Bilanzsumme-der-FED-2004-2022.png" alt="Bilanzsumme der FED in USD von 2004 bis Januar 2022" title="Bilanzsumme der FED 2004-2022" srcset="https://pro-id.net/wp-content/uploads/2022/02/Bilanzsumme-der-FED-2004-2022.png 839w, https://pro-id.net/wp-content/uploads/2022/02/Bilanzsumme-der-FED-2004-2022-480x437.png 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) 839px, 100vw" class="wp-image-1563" /></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Wie wir den beiden vorhergehenden Charts entnehmen können, stieg die Bilanzsumme sowohl bei der Federal Reserve Bank in den USA, also auch in Frankfurt am Main bei der EZB seit Corona kontinuierlich an. Grund sind die massiven Ausweitungen der Geldmenge über die Anleihe-Kaufprogramme der Zentralbanken. Im Zuge der Pandemie haben die Politiken diese massiv aufgestockt. Die EZB fuhr z.B. neben den herkömmlichen Programmen der Quantitativen Lockerung das Pandemic Emergency Purchase Programme (kurz: PEPP). Am Mittwoch, d. 26.01.2022 verkündete Jerome Powell, dass man das derzeitige Ankaufprogramm im März auslaufen lassen wird. Eine Anhebung des Leitzinses gilt als sicher und war zu erwarten. Jedoch bekommt die Börse noch einmal eine Verschnaufpause. Die Ankündigung war mehr eine Vorbereitung. Die Märkte haben es teilweise panisch aufgenommen. Dabei kommt Powell ziemlich spät um die Ecke mit seinen Eingebungen, die wohlgemerkt vor einigen Monaten noch müde belächelt wurden – im schlimmsten Fall sind es halt Verschwörungstheorien.<br />Denn die Inflation versucht man damit zwar einzudämmen, wird jedoch einen anderen massiv verwerflichen Effekt provozieren: Die oft gefürchtete Stagnation.</p>
<p>Seit dem Weltfinanzcrash aus dem Jahr 2009 wurden die Märkte mit einem Geldpaket nach dem anderen geflutet. Teilweise unproduktive Unternehmen konnten sich mit dem billigen frisch gedruckten Geld über Wasser halten. Die Zombifizierung der Wirtschaft war die Folge. Der nachfolgende Chart aus der KEARNY-Studie „Einmal Zombie, immer Zombie“ verdeutlicht diesen Trend noch einmal. Die Studie umfasst 67.000 börsennotierte Firmen aus 154 Branchen und 152 Ländern, und kann durchaus als repräsentativ angesehen werden.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Chart 6: Häufung von börsennotierten Zombi-Unternehmen in Prozent ausgewählter Regionen im Vergleich [KEARNY (2021, S. 4)]</strong></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_5">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img decoding="async" width="940" height="573" src="https://pro-id.net/wp-content/uploads/2022/02/ZTambis-weltweit-Einal-Zombie-immer-Zombie.png" alt="Häufung von börsennotierten Zombi-Unternehmen in Prozent ausgewählter Regionen im Vergleich" title="ZTambis weltweit Ein,al Zombie immer Zombie" srcset="https://pro-id.net/wp-content/uploads/2022/02/ZTambis-weltweit-Einal-Zombie-immer-Zombie.png 940w, https://pro-id.net/wp-content/uploads/2022/02/ZTambis-weltweit-Einal-Zombie-immer-Zombie-480x293.png 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) 940px, 100vw" class="wp-image-1564" /></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Dabei schneidet Asien im Vergleich noch recht moderat ab. Es ist zu vermuten, dass die neuesten Entwicklungen, insbesondere am chinesischen Immobilienmarkt, dieses Bild noch einmal korrigieren wird müssen. Dennoch sind die Zahlen bereits in dieser Analyse mehr als besorgniserregend.<br />Denn, was wird mit diesen Zombies, die ohne billige Kredite gar nicht mehr überlebensfähig sind – von marktfähig will ich da erst gar nicht sprechen –, wenn die Zinsen wieder steigen? Richtig, sie gehen pleite. Die Rede ist hier nicht von kleinen mittelständischen Firmen, sondern von Großkonzernen, die unsaubere Bilanzen führen und hochverschuldet sind. Die Rede ist von Firmen, die neue Kredite aufnehmen, um die Zinsen – nicht mal mehr die Tilgungsrate der Kredite – zahlen zu können. Man nennt das im Finanz-Jargon auch Ponzi-Finanzierung, benannt nach dem großen Trickbetrüger Charles Ponzi. Das bedeutet das viele, viele Leute arbeitslos werden, und diese fragen dann auch weniger Waren und Dienstleistungen nach. Und dadurch nimmt der Staat wieder weniger Steuern ein. Gleichzeitig muss Geld für die Versorgung dieser Menschen her. Man nennt das auch soziale Kosten. Dafür haben wir ja dann die CO2-Steuer. Die macht das schon.</p>
<p>Gleichzeitig steigen die Energiepreise, was sich wiederum nicht nur auf die Betriebskostenabrechnung von Mietern und Häuslebauern, sondern auch auf die Industrie, den Handel, kurz gesagt auf jeden Anbieter auswirken wird. Was werden die tun, um die höheren Kosten wieder einzuspielen? Sicherlich nicht singen gehen.</p>
<p>Anfang des Jahres dürften einige Verbraucher bereits aus allen Wolken gefallen sein. Wer gut informiert war, hat die Post vom Strom- oder Gasanbieter im Sitzen geöffnet. Die beiden nachfolgenden Charts zeigen, wie sich diverse Brennstoffe wie Benzin, Diesel, Heizöl oder Gas entwickelt haben. Und wenn ich das hier einmal so polemisch sagen darf. Die Ignoranz des geopolitischen Kräfteverhältnisses gegenüber Russland wird dies leider nicht unbedingt verbessern – eher verschlechtern. Man achte auf die Einfuhrpreise von Erdgas (dunkelblaue Kurve im unteren Chart).</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_13  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Chart 7: Verbraucherpreisindizes Superbenzin, Dieselkraftstoff und leichtes Heizöl, Einfuhrpreise Erdöl in Prozent, Basisjahr 2015 [DESTATIS 2021, S. 13 f.)]</strong></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_6">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img decoding="async" width="1112" height="642" src="https://pro-id.net/wp-content/uploads/2022/02/Energiepreise_Oel-in-Deutschland-seit-2015.png" alt="Verbraucherpreisindizes Superbenzin, Dieselkraftstoff und leichtes Heizöl, Einfuhrpreise Erdöl in Prozent, Basisjahr 2015" title="Energiepreise_Öl in Deutschland seit 2015" srcset="https://pro-id.net/wp-content/uploads/2022/02/Energiepreise_Oel-in-Deutschland-seit-2015.png 1112w, https://pro-id.net/wp-content/uploads/2022/02/Energiepreise_Oel-in-Deutschland-seit-2015-980x566.png 980w, https://pro-id.net/wp-content/uploads/2022/02/Energiepreise_Oel-in-Deutschland-seit-2015-480x277.png 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1112px, 100vw" class="wp-image-1565" /></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Chart 8: Einfuhrpreisindex Erdgas, Erzeugerpreisindex leichtes Heizöl, Erzeugerpreisindex Erdgas bei Abgabe an die Industrie und Verbraucherpreise Erdgas ohne Umlage in Prozent, Basisjahr 2015 [DESTATIS (2021, S. 13 f.)</strong>]</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_7">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img decoding="async" width="1015" height="622" src="https://pro-id.net/wp-content/uploads/2022/02/Energiepreise_Gas-in-Deutschland-seit-2015.png" alt="Einfuhrpreisindex Erdgas, Erzeugerpreisindex leichtes Heizöl, Erzeugerpreisindex Erdgas bei Abgabe an die Industrie und Verbraucherpreise Erdgas ohne Umlage in Prozent, Basisjahr 2015" title="Energiepreise_Gas in Deutschland seit 2015" srcset="https://pro-id.net/wp-content/uploads/2022/02/Energiepreise_Gas-in-Deutschland-seit-2015.png 1015w, https://pro-id.net/wp-content/uploads/2022/02/Energiepreise_Gas-in-Deutschland-seit-2015-980x601.png 980w, https://pro-id.net/wp-content/uploads/2022/02/Energiepreise_Gas-in-Deutschland-seit-2015-480x294.png 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1015px, 100vw" class="wp-image-1566" /></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Und die Lieferengpässe dürfen wir nicht vergessen. Um diese zu ermitteln befragt das ifo Institut regelmäßig Einkäufer im verarbeitenden Gewerbe nach Produktionsbehinderungen durch die Knappheit bei Rohstoffen bzw. Vorprodukten. Der sogenannte Knappheitsindikator gibt die Anzahl der Ja-Antworten auf die Frage nach Knappheit an. Siehe dazu den Chart 9, der verdeutlicht, dass dieser seit 2021 kontinuierlich steigt.</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_16  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Chart 9: ifo Knappheitsindikator für verarbeitendes Gewerbe in Prozent von 2015 [DESTATIS (2022)]</strong></p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_image et_pb_image_8">
				
				
				
				
				<span class="et_pb_image_wrap "><img decoding="async" width="1093" height="251" src="https://pro-id.net/wp-content/uploads/2022/02/ifo-Knappheitsindikator-DE_von-2015.png" alt="ifo Knappheitsindikator für verarbeitendes Gewerbe in Prozent von 2015" title="ifo-Knappheitsindikator-DE_von 2015" srcset="https://pro-id.net/wp-content/uploads/2022/02/ifo-Knappheitsindikator-DE_von-2015.png 1093w, https://pro-id.net/wp-content/uploads/2022/02/ifo-Knappheitsindikator-DE_von-2015-980x225.png 980w, https://pro-id.net/wp-content/uploads/2022/02/ifo-Knappheitsindikator-DE_von-2015-480x110.png 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1093px, 100vw" class="wp-image-1568" /></span>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_17  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Und zu guter Letzt ist da noch die Greenflation, also eine Inflation durch die zunehmende Einführung von Erneuerbaren Energien. Das 1,5-Gradziel kann definitiv nicht eingehalten werden. Das dürfte den Druck auf unsere Politiken erhöhen, die als wesentliches Instrument den CO2-Preis sehen.<br />
In Deutschland steigen diese Preise ebenfalls seit 2016 kontinuierlich. Seit 2015 haben wir bei den Verbraucherpreisen eine Steigerung von mehr als 10 Prozent gehabt. Der Erzeugerpreis von Sondervertragskunden, also für Verbraucher, die mehr als 30.000 kWh auf ihrer jährlichen Uhr haben, schoss seit Anfang 2020 in ungeahnte Höhen (hier ein Anstieg bis November 2021 um 80 Prozent). Siehe dazu auch Chart 10.
</p></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_18  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Chart 10: Erzeugerpreisindizes bei Abgabe an gewerblichen Anlagen und an Sondervertragskunden sowie Verbraucherpreise Strom in Prozent, Basisjahr 2015 [DESTATIS (2021, S. 15)]</strong></p></div>
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				<span class="et_pb_image_wrap "><img decoding="async" width="1042" height="588" src="https://pro-id.net/wp-content/uploads/2022/02/Energiepreise_Strom-in-Deutschland-seit-2015.png" alt="Erzeugerpreisindizes bei Abgabe an gewerblichen Anlagen und an Sondervertragskunden sowie Verbraucherpreise Strom in Prozent, Basisjahr 2015" title="Energiepreise_Strom in Deutschland seit 2015" srcset="https://pro-id.net/wp-content/uploads/2022/02/Energiepreise_Strom-in-Deutschland-seit-2015.png 1042w, https://pro-id.net/wp-content/uploads/2022/02/Energiepreise_Strom-in-Deutschland-seit-2015-980x553.png 980w, https://pro-id.net/wp-content/uploads/2022/02/Energiepreise_Strom-in-Deutschland-seit-2015-480x271.png 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) 1042px, 100vw" class="wp-image-1569" /></span>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Fassen wir also noch einmal die wichtigsten Faktoren zusammen, die für eine anhaltende Inflation sprechen:</p>
<p>*Die Bilanzen der Zentralbanken sind aufgebläht. Es wurde weitaus mehr Geld in den letzten Jahren gedruckt, als das Bruttoinlandsprodukt wachsen konnte.</p>
<p>*Gleichzeitig haben sich die Staaten in ungeahnte Höhen hinauf verschuldet. Diese Schulden werden kaum abgezahlt werden können, ohne dass man weitere Schulden macht. Das bedeutet es wird noch mehr Geld gedruckt.</p>
<p>*Wir bekommen es zunehmend mit Lieferengpässen in den verschiedensten Bereichen zu tun. Europa ist stark abhängig von asiatischen Märkten – insbesondere von China. Rohstoffe werden knapper, können nicht geliefert werden. Die Auswirkungen dieses Angebotsschocks können genauso gravierend wie die Ölpreiskrise in den 1970er-Jahren werden.</p>
<p>*Die Klimapolitik fordert ihren Tribut. Mit der Zunahme von erneuerbaren Energieerzeuger-Technologien steigt auch die Nachfrage nach seltenen Erden, Edelmetallen und anderen Rohstoffen. Gleichzeitig will die Politik eine CO2-Steuer, die sich auf die gesamte Preislandschaft auswirken wird.</p>
<p>*Die offiziell ausgegebene Inflationsrate entspricht nicht der tatsächlichen Teuerung und muss mindestens um den Faktor 2 nach oben korrigiert werden.</p>
<p>*Die Digitalisierung dürfte ihr übriges tun. Hochqualifizierte, agile und hochflexible Mitarbeiter werden mehr gebraucht denn je. Das Angebot an guten Handwerkern, Technikern und MINT-Akademikern kann hier zu einer Lohnexplosion führen.</p>
<p>*Sollte Deutschland dem Beispiel seiner Nachbarn folgen und die Corona-Maßnahmen weitestgehend aufheben, würde dies zu einem Nachfrageschock führen. Die Menschen würden nachholen wollen, was sie in den letzten Jahren verpasst haben. Gehortetes Geld schwemmt die Märkte und wird ebenfalls zu einem Teuerungseffekt zumindest im Gastronomie-, dem Eventgewerbe und der Freizeitbranche führen. Dies ist zumindest zu erwarten. Sollte Omikron der „Game-Changer“ werden, haben unsere Geldpolitiker ein noch größeres Problem als COVID. Böse Zungen könnten behaupten, dass dies zumindest eine Rolle in der Corona-Politik spielen könnte. Ein Schelm, der da Böses denkt.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h2></h2>
<h2>Literaturhinweise &amp; Quellen</h2>
<p><strong>DESTATIS (2021).</strong> Daten zur Energiepreisentwicklung. Lange Reihe von januar 2015 bis November 2021)</p>
<p><strong>DESTATIS (2022). </strong>Konjunkturindikatoren.Lieferengpässe bremsen Industrie und treiben Preise.Verfügbar unter: <a href="https://www.destatis.de/DE/Themen/Wirtschaft/Konjunkturindikatoren/lieferketten.html">https://www.destatis.de/DE/Themen/Wirtschaft/Konjunkturindikatoren/lieferketten.html</a> (07.02.0222)</p>
<p><strong>GOLDSILBER (2021).</strong> Die Abbildung geht auf den Blog <a href="http://www.goldsilber.org">www.goldsilber.org</a> zurück. Verfügbar unter: <a href="https://www.goldsilber.org/wahre-inflation.php">https</a><a href="https://www.goldsilber.org/wahre-inflation.php">://</a><a href="https://www.goldsilber.org/wahre-inflation.php">www.goldsilber.org/wahre-inflation.php</a> (28.01.2022)</p>
<p><strong>KEARNY (2021)</strong> Studie &#8222;Einmal Zombie, immer Zombie&#8220;. Die Studie ist verfügbar unter: <a href="https://www.de.kearney.com/advantage-transformation-services/article/?/a/zombie-unternehmen">https://www.de.kearney.com/advantage-transformation-services/article/?/a/zombie-unternehmen</a> (07.02.2022)</p>
<p><strong>SHADOWSTATS (2022).</strong> Verfügbar unter: <a href="http://www.shadowstats.com/alternate_data/inflation-charts">http://</a><a href="http://www.shadowstats.com/alternate_data/inflation-charts">www.shadowstats.com/alternate_data/inflation-charts</a> (24.01.2022)</p>
<p><strong>STATISTA (2022)</strong>. Veröffentlicht im Januar 2022. Verfügbar unter: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1045/umfrage/inflationsrate-in-deutschland-veraenderung-des-verbraucherpreisindexes-zum-vorjahresmonat/ (24.01.2022)</p>
<p><strong>TG (2022)</strong>. Chart 4 und 5 gehen auf Netzpräsenz <a href="http://www.tagesgeld.info">www.tagesgeld.info </a>zurück. Die Entwicklung der Bilanzsummen der Zentralbanken. Verfügbar unter: <a href="https://tagesgeld.info/statistiken/bilanzsummen-der-zentralbanken/">https://tagesgeld.info/statistiken/bilanzsummen-der-zentralbanken/</a> (07.02.2022)</p></div>
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				<div class="et_pb_team_member_image et-waypoint et_pb_animation_off"><img decoding="async" width="2560" height="1707" src="https://pro-id.net/wp-content/uploads/2022/01/Ich-vor-einer-weissen-Wand1-scaled.jpg" alt="Dipl.-Ing. Pierre Dornbrach, MBA &amp; Eng." srcset="https://pro-id.net/wp-content/uploads/2022/01/Ich-vor-einer-weissen-Wand1-scaled.jpg 2560w, https://pro-id.net/wp-content/uploads/2022/01/Ich-vor-einer-weissen-Wand1-1280x854.jpg 1280w, https://pro-id.net/wp-content/uploads/2022/01/Ich-vor-einer-weissen-Wand1-980x653.jpg 980w, https://pro-id.net/wp-content/uploads/2022/01/Ich-vor-einer-weissen-Wand1-480x320.jpg 480w" sizes="(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) and (max-width: 1280px) 1280px, (min-width: 1281px) 2560px, 100vw" class="wp-image-1542" /></div>
				<div class="et_pb_team_member_description">
					<h4 class="et_pb_module_header">Dipl.-Ing. Pierre Dornbrach, MBA &amp; Eng.</h4>
					
					<div><p><strong>Pierre Dornbrach</strong> ist Wirtschaftsingenieur und studiert derzeit nebenberuflich Rechtswissenschaften. Er befasst sich seit mehr als 10 Jahren mit Fragen rund um das Thema Finanzen, Vermögensaufbau und Wirtschaftspolitik. Zudem ist er Geschäftsführer der <strong>Pentallum OHG</strong>, die sich auf den Vertrieb von Edelmetallen spezialisiert hat. Neben dem großen Thema Gold und Silber hegt er eine Faszination für die Turbulenzen an den Börsen sowie für die Geopolitik.</p>
<p>&nbsp;</p></div>
					
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<p>Der Beitrag <a href="https://pro-id.net/finanzen/ist-die-stagflation-noch-aufzuhalten-teil-1-die-dekade-der-inflation/">Ist die Stagflation noch aufzuhalten? Teil 1: Die Dekade der Inflation</a> erschien zuerst auf <a href="https://pro-id.net">ProID</a>.</p>
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		<title>„Vom Goldboom profitieren“ – Ein Handbuch zum Einstieg</title>
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		<dc:creator><![CDATA[pdornbrach]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Jul 2021 08:46:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Finanzen]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzsystem]]></category>
		<category><![CDATA[Gold]]></category>
		<category><![CDATA[Vermögensaufbau]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://pro-id.net/finanzen/vom-goldboom-profitieren-ein-handbuch-zum-einstieg/">„Vom Goldboom profitieren“ – Ein Handbuch zum Einstieg</a> erschien zuerst auf <a href="https://pro-id.net">ProID</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><div class="et_pb_section et_pb_section_1 et_section_regular" >
				
				
				
				
				
				
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Da ich mich vermehrt auch auf diesem Blog mit Finanzfragen auseinandersetzen möchte, nutze ich heute die Gelegenheit für eine kleine Buchrezension. Vorab sei gesagt, dass ich selbst im Edelmetallgeschäft unterwegs bin und man mir daher auch ein Interesse zur Verbreitung der vom Buchautor aufgestellten Thesen unterstellen kann und wahrscheinlich auch sollte. Dennoch halte ich das nun im Folgenden zu besprechende Buch für eine sehr gute Einstiegslektüre für jeden Anleger, der sich überlegt, in Edelmetalle zu investieren. Daher habe ich mich mit dem Werk auseinandergesetzt und möchte hiermit einen kleinen Einblick geben. Ich denke, dass es das perfekte Buch ist, um herauszufinden, ob man in Gold investieren möchte oder nicht.</p>
<p>Der Geschäftsführer der Noble Metal Factory OHG, Ronny Wagner, veranschaulicht auf ca. 160 Seiten, warum es sich lohnt, auch jetzt noch in den Goldmarkt einzusteigen. Dabei belässt er es nicht nur bei dem Verweis auf Gold und Silber, sondern liefert ein regelrechtes kleines Nachschlagewerk für Neueinsteiger. Das Buch mit dem Titel „Vom Goldboom profitieren: Rettungsanker seit Jahrtausenden – die einfachste Geldanlage der Welt“ ist in fünf Kapitel unterteilt.</p>
<p>Im ersten liefert Wagner wesentliches Grundlagenwissen für Investoren. Dabei erklärt er in einem Kurzabriss, wie unser Finanzsystem aufgebaut ist und welche Einflussfaktoren es gibt und beantwortet Fragen wie „Was ist Vermögen?“, „Was ist Geld?“, die – so banal sie auch klingen mögen – von den meisten Menschen nicht hinreichend beantwortet werden können. Im zweiten Kapitel befasst sich der Autor konkret mit Gold, welches er als Sicherheitsanker benennt und dabei nachweist, warum Gold ein sicherer Hafen ist. Im dritten Kapitel liefert der Geschäftsführer der NMF OHG einen Umriss über den Goldmarkt und geht dabei auf das Umfeld sowie die wichtigsten Akteure ein. Unter anderem befasst er sich hier auch mit der Preisbildung sowie mit einem möglichen Goldverbot oder anderweitig gestaltete Enteignungen in „Nach-Corona-Zeiten“. Im vorletzten Kapitel liefert Ronny Wagner konkrete Anlagekonzepte, Strategien und Vorschläge, wie ein Anlageportfolio aus Gold und Silber aussehen könnte. Zuletzt konstatiert er in seinem Fazit (Kapitel 5): „Gold kann seine Stabilität und Herkunft auf das Periodensystem der Elemente zurückführen anstatt auf Regierungen, Politiker, Banker, Ökonomen, Trading-Robots, Robo-Advisor oder andere digitale Trader. Bei einer Abkehr der Welt von künstlichen Märkten, künstlichen Währungen und künstlichem Geld wird Gold die erste Wahl sein.“</p>
<h2><strong>Warum noch ein Buch über Gold?</strong></h2>
<p>Diese Frage stellte ich mir auch, als ich davon erfuhr, dass Ronny Wagner ein Buch über Gold veröffentlichte. Da ich ihn als Analyst sehr schätze, habe ich mir das Buch dennoch besorgt und bereue diesen Schritt auch keineswegs. Tatsächlich sind unzählige Bücher zum Thema geschrieben worden. Die meisten davon sind viel umfangreicher als dieses hier besprochene. Die meisten Bücher zum Thema sind allerdings auch für Neueinsteiger schwer zu verstehen, da man grundlegendes Finanzwissen bereits voraussetzt, was sich oftmals als Fehler erweist. Ich selbst habe in meinem Studium sowie in meinem Arbeitsleben feststellen dürften, dass auch ein Ökonomie-Studium niemanden dazu befähigt, souverän Geld zu verdienen bzw. überhaupt erst einmal zu verstehen, was Geld denn eigentlich ist. In Wirklichkeit lernen unsere Kinder auf den Schulen und Hochschulen zwar viel darüber, wie man eine Arbeit bekommt und Geld für andere verdient, nicht aber wie man seine Finanzen so in den Griff bekommt, dass man ein unabhängiger Mensch wird, der u. a. aus einem soliden Finanzwissen erwächst. Am Ende produzieren unsere „Bildungsstätten“ Steuerzahler, die nicht einmal wissen, wie man eine Steuererklärung macht. Gut für die Steuerberater und für den Fiskus, schlecht für die eigene Unabhängigkeit. Den Finanzblogger Wagner scheint dieser Umstand ebenfalls umzutreiben, weshalb er eine sehr klare, jedoch vor allem einfache Sprache verwendet. Mit den ungefähr 160 Seiten fühlt sich ein Neueinsteiger und ggf. auch junger „Wenig-Leser“ nicht gleich erschlagen. Lobend möchte ich vor allem erwähnen, dass Wagner sich bereits in seinem ersten Kapitel mit den auch unter Ökonomen kaum bekannten Erkenntnissen eines Hyman Minsky (1919-1996) befasst, der seinerzeit bereits einen der wesentlichsten Krisenmomente des kapitalistischen Finanzsystems erkannte: Das „Minsky-Paradoxon“ oder wie es Wagner in seinem Buch benennt, der „Minsky-Moment“. Es ist bezeichnend, dass sich kaum jemand, auch heute nicht, für Minsky und seine Erkenntnisse interessiert. Eine Ausnahme machte der Weltfinanzcrash 2007/2008, der durch eine Bankenkrise ausgelöst wurde, wie sie Minsky seinerzeit als immanentes Element unseres Finanzsystems erkannt hat. In dieser Zeit erschienen wieder wissenschaftliche Artikel zum Thema. Seitdem die Krise überwunden <em>scheint</em>, ignorieren sämtliche „Experten“ die Erkenntnis, dass das kapitalistische Finanzsystem immer in einer Blase enden muss, die durch ein inflationäres und exponentiell sich verhaltendes Kreditsystem verursacht wird. Darüber gibt auch das Buch Aufschluss, neben vielem weiteren sehr nützlichen Grundlagenwissen für Anleger.</p>
<h2><strong>Gold als Sicherheitsanker?</strong></h2>
<p>Wagner bringt es auf den Punkt, wenn er Gold als Sicherheitsanker bezeichnet. Es ist tatsächlich eine Art Kontinuum. Ich möchte mich dieser These, die in der ökonomischen Welt als unbestritten angesehen wird, doch etwas von einer kritischen Seite nähern. Ich selber bin im Gold- und Edelmetallgeschäft als Geschäftsführer eines Handelsunternehmens tätig und weiß daher auch, wie unsicher Menschen sein können. Es besteht kein Zweifel – und dieser Umstand wurde von Ronny Wagner mehr als deutlich herausgeschält – dass Gold die sicherste Anlageklasse darstellt, die wir kennen. Gold legt man in erster Linie an, um sein Vermögen zu sichern und einen Krisenschutz zu besitzen. Das liegt daran, dass es seit Jahrtausenden fasziniert und begeistert und offenbar auch dauerhaft wertbeständig ist. Dies liegt jedoch nicht in erster Linie an seinen tollen Eigenschaften, die wir technisch und technologisch verstanden haben, auszubeuten. Zwar weist Gold schon wesentlich kostbare Eigenschaften auf, doch ist das bei anderen teilweise viel günstigeren Metallen auch der Fall. Gold wird in erster Linie als Schmuck verwendet, weil es so schön glänzt und offenbar auf die Menschen eine Faszination ausübt. In Wirklichkeit ist es jedoch kein klassisches Industriemetall, so wie z. B. Silber, Palladium oder Platin. In einer zunehmend auf Funktion und Effizienz ausgerichteten Industriegesellschaft – heute wird immer öfter auch von Industrie 4.0 gesprochen – könnte man vermuten, dass auch Industriemetalle zunehmend interessanter für Anleger werden. Damit möchte ich keineswegs den Wert des Goldes geringer machen, als er ist. Doch bedenken wir, dass auch das Vertrauen – ähnlich wie bei den Fiat-Währungen – das ausschlaggebende Moment für die Wertbeständigkeit des Goldes verantwortlich gezeichnet werden kann. Letztlich ist der Umstand, dass Gold seit Jahrtausenden wertbeständiges Zahlungsmittel ist, das ausschlaggebende Argument für die Anlage als „sicherer Hafen“. D. h. die Historie gibt dem Goldanleger zwar recht, aber es gibt keine zuverlässige Sicherheit dafür, dass sich damit auch eine sichere Vorhersage für die Zukunft machen lässt. Denn: „<em>Die Zukunft ist ungewiss.</em>“ (Eine alte <strong>Value-Investing</strong>-Weisheit, die auf Benjamin Graham, 1894-1976, zurückgeht.)</p>
<h2><strong>Fazit</strong></h2>
<p>Letztlich können wir jedoch festhalten, dass, wer Gold hat, damit auf Sicherheit setzt und wer eben kein Gold hat, auf eine unsichere Zukunft schlecht vorbereitet ist. Das Buch „Vom Goldboom profitieren“ gibt jedenfalls Aufschluss über die Branche, das Umfeld, die wesentlichen Einflussfaktoren und über eventuelle Zukunftsszenarien, ohne dabei in Spekulationen abzutauchen. Ronny Wagner liefert hier ein bodenständig ausgearbeitetes Nachschlagewerk für Neueinsteiger und leistet damit einen Beitrag an der gesellschaftlichen Finanzbildung, ohne dabei Zugriff auf nichtssagende Floskeln und eine verkomplizierende Begriffswelt zu machen.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Ronny Wagner<br />
»Vom Goldboom profitieren<br />
Rettungsanker seit Jahrtausenden –<br />
die einfachste Geldanlage der Welt«<br />
ORIGINALAUSGABE<br />
176 Seiten, Softcover<br />
ISBN 978-3-95972-492-0<br />
FinanzBuch Verlag
</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h2 style="text-align: left;">Über den Autor des Artikels:</h2>
<p style="text-align: left;"><strong>Pierre Dornbrach</strong> ist Wirtschaftsingenieur und studiert derzeit nebenberuflich Rechtswissenschaften. Er befasst sich seit mehr als 10 Jahren mit Fragen rund um das Thema Finanzen, Vermögensaufbau und Wirtschaftspolitik. Zudem ist er Geschäftsführer der <strong>Pentallum OHG</strong>, die sich auf den Vertrieb von Edelmetallen spezialisiert hat. Neben dem großen Thema Gold und Silber hegt er eine Faszination für die Turbulenzen an den Börsen sowie für die Geopolitik.</p></div>
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			</div></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://pro-id.net/finanzen/vom-goldboom-profitieren-ein-handbuch-zum-einstieg/">„Vom Goldboom profitieren“ – Ein Handbuch zum Einstieg</a> erschien zuerst auf <a href="https://pro-id.net">ProID</a>.</p>
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		<title>Der digitale Euro und der gläserne Mensch</title>
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		<dc:creator><![CDATA[pdornbrach]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 26 Jun 2021 05:41:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzen]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Währung]]></category>
		<category><![CDATA[Finanzsystem]]></category>
		<category><![CDATA[Überwachung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://pro-id.net/digitalisierung/der-digitale-euro-und-der-glaeserne-mensch/">Der digitale Euro und der gläserne Mensch</a> erschien zuerst auf <a href="https://pro-id.net">ProID</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><div class="et_pb_section et_pb_section_4 et_section_regular" >
				
				
				
				
				
				
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Dass die Einführung eines digitalen Euros der Europäischen Zentralbank (EZB) ein ernstes Anliegen ist, dürfte spätestens seit Anfang des Jahres niemand mehr bestreiten. Denn während der Online-Veranstaltung <a href="https://www.reutersevents.com/renewables/renewables/reuters-next">„Reuters NEXT“ verdeutlichte die EZB-Chefin Cristine Lagarde</a> Anfang des Jahres, dass die Einführung einer digitalen Währung in den nächsten 5 Jahren vollständig umgesetzt sein soll. Als Vorbild dürfte dabei das Land China dienen, welches so lange mit der Einführung beschäftigt war. Tatsächlich spielen laut einer Studie der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) von Anfang 2020 etwa 70 Prozent aller weltweiten Zentralbanken mit dem Gedanken der Einführung eines digitalen Vollgeldes. Erst kürzlich verkündeten die Finanzminister Deutschlands und Frankreich auf einer Pressekonferenz, dass beide Länder nun ein Pilotprojekt zur Einführung eines digitalen Euro starten wollen (sieh u. a. <a href="https://www.deutschlandfunk.de/digitaler-euro-deutschland-und-frankreich-wollen.1939.de.html?drn:news_id=1263132">hier</a>).</p>
<p>Während viele Mainstream-Ökonomen diese Entwicklung begrüßen, möchten wir uns allerdings im nachfolgenden Artikel auch einmal mit der Schattenseite dieses Vorhabens befassen, denn das digitale Zentralbankgeld bürgt auch viele Gefahren für das gesellschaftliche sowie wirtschaftliche Leben von uns allen. Insbesondere die Privatsphäre, der Datenschutz und auch unser Wohlstand können durch diese Entwicklung gefährdet sein. Zum Schluss werden wir uns einmal anschauen, wie sich jeder einzelne auf entsprechende Eventualitäten vorbereiten kann.</p>
<h2>Das CBDC: Mehr als eine Reform des Währungssystems</h2>
<p>Doch zunächst der Reihe nach. Was genau ist das Central Bank Digital Currency (kurz: CBDC)? Übersetzt heißt diese Abkürzung nichts weiter als Digitales Zentralbankgeld. Es gibt zwei Arten von CBDC:</p>
<ul>
<li>Das Retail-CBDC</li>
<li>und das Whole-CBDC.</li>
</ul>
<p>Während es sich bei dem Retail-System um öffentlich für jedermann zugängliches Zentralbankgeld handelt, behält das Whole-CBDC den Zugang nur speziellen Finanzinstitutionen, wie z.B. Banken vor. Während sich also unter dem Whole-System keine bedeutenden Änderungen unseres Währungs- und Finanzsystems ergeben würde, würde das Retail-CBDC eine fundamentale Entwicklung mit sich bringen. Demzufolge wollen wir uns in diesem Beitrag auch explizit mit letzterem befassen.</p>
<h3>Wie sieht unser Geldsystem momentan überhaupt aus?</h3>
<p>Zunächst einmal gibt es derzeit drei Arten von umlaufendem Geld:</p>
<p><strong>Das Bargeld</strong>, mit dem wir tagtäglich bezahlen, ist das einzige gesetzliche Zahlungsmittel in Europa. Es kann und wird nur von der Zentralbank, also der EZB emittiert. Dabei handelt es sich um eine direkte Transaktion, also Peer-to-Peer (P2P), es ist physisch und gleichzeitig einer breiten Öffentlichkeit zugänglich. Beim Bargeld gibt es keine Verzinsung, da es sozusagen von einem Geldbeutel zum anderen „wandert“, also P2P. Somit ist Bargeld gleichzeitig ein Hort der Anonymität.</p>
<p><strong>Das Giralgeld</strong> wird von den Geschäftsbanken herausgegeben. Es stellt einen Anspruch auf Auszahlung von Bargeld dar, den wir gegenüber der Bank erheben können. Solange wir das Geld nicht vom Konto abheben, ist es nicht in unserem Besitz. Tatsächlich ist dieses Giral- oder Buchgeld zu nur etwa 10 Prozent mit Bargeld gedeckt. Ansonsten werden diese lediglich durch Forderungen an Kreditnehmer und ggf. noch durch andere Vermögenswerte gedeckt. Daher befürchten Währungshüter auch stets einen Bank Run. Würden also alle Gläubiger gleichzeitig mehr als 10 Prozent ihres Giralgeldes von den Konten abheben, bräche unser Bankensystem in sich zusammen. Damit birgt das Buchgeld ein erhebliches Risiko in sich. So kamen u. a. 2013 die Zyprioten nicht mehr an ihr Geld heran, da die Banken die Geldautomaten deaktivierten, um einen Bank Run zu verhindern.</p>
<p>Zuletzt bleiben noch <strong>die Zentralbankreserven</strong>. Diese werden selbstverständlich von den Zentralbanken emittiert und sind der Öffentlichkeit nicht zugänglich. Die Halter dieses Geldes sind Geschäftsbanken. Der Vorteil dieser Geldart ist, dass hier kein Liquiditäts- und Gläubigerrisiko entsteht. Die Zentralbanken können nicht pleitegehen, wie bspw. Geschäftsbanken oder andere Finanzinstitutionen. Die EZB kann jederzeit einfach neues Geld drucken. Damit ist die Zentralbankreserve ein risikofreies und somit attraktives Aufbewahrungsmittel von Werten. Reserven sind grundsätzlich zinstragend, werden digital transferiert und unterstehen dem Einlagezinssatz der Zentralbank. Derzeit ist dieser bei der EZB sogar negativ.</p>
<h3>Wie gelangt das Geld in Umlauf?</h3>
<p>Grundsätzlich sind für die Emittierung von Geld die Geschäftsbanken zuständig. Durch die Vergabe von Krediten sorgen sie dafür, dass Giralgeld in Umlauf gerät. Doch woher bekommen die Geschäftsbanken ihr Geld? Die beziehen es von der EZB über ein Konto bei der Notenbank, in unserem Fall der Deutschen Bundesbank, und müssen dafür einen Zins zahlen. Es handelt sich also um eine Kreditvergabe von der Zentralbank zur Geschäftsbank. Die Bargeldnoten werden von der Notenbank direkt emittiert. Die Notenbanken sind sozusagen die nationalen Zentralbanken innerhalb des Euro-Währungsraumes. Diese müssen ebenfalls Reserven von der EZB besorgen. Genauso wie im Geschäftsleben müssen die Geschäftsbanken bei der Zentralbank eine Sicherheit hinterlegen und einen Zins zahlen. Die Zinskosten bemessen sich nach dem Leitzins, den die EZB ausgibt. Münzen werden hingegen direkt von den EU-Ländern produziert und in Umlauf gebracht. In Deutschland ist das Bundesministerium für Finanzen dafür zuständig.</p>
<h3>Mit dem CBDC bekommen wir eine vierte Geldart hinzu</h3>
<p>Ein digitaler Euro wäre eine vierte Art von Geld, die ebenfalls von der Zentralbank ausgegeben würde. Grundsätzlich besteht der Gedanke, dass dieses parallel zu dem Giral- bzw. Buchgeld sowie dem Bargeld zirkulieren soll. Zwar betonen die Geldpolitiker immer wieder, dass das CBDC nur ein ergänzendes Angebot darstellen soll, aber in Wirklichkeit würde die Einführung eines digitalen Euros keine Nachhaltigkeit auslösen, wenn man nicht auch gleichzeitig das Bargeld unmöglich macht, also verbietet. Dazu aber später mehr. Das CBDC wäre in unterschiedlichsten Gestaltungsmöglichkeiten denkbar. Grundsätzlich ermöglicht es die Blockchain-Technologie damit ein ziemlich transparentes und weitestgehend sicheres Geldsystem aufzubauen, sodass digitales Geld ähnliche Eigenschaften wie Bargeld aufweist. Bereits jetzt genießen digitale Kryptowährungen wie der Bitcoin eine hohe Beliebtheit bei vielen Menschen, als alternatives Zahlungsmittel, aber auch als Wertanlage.</p>
<p>Zu den grundlegenden Eigenschaften gehört die Tatsache, dass die Blockchain-Technologie es ermöglicht, Zahlungen zu verbergen bzw. Datensätze zu verschlüsseln und damit für Dritte unzugänglich zu machen. Eine Blockchain ist eine kontinuierlich erweiterbare Liste von Datensätzen, welche man durch kryptographische Verfahren miteinander verkettet. Diese Datensätze nennt man auch Blöcke. Durch die Verkettung entsteht die Blockchain („die Blockkette“). In den einzelnen Blöcken ist ein kryptographischer Hash des vorhergehenden Blocks, die Transaktionsdaten sowie ein Zeitstempel enthalten. Dadurch lässt sich eine Verkettung aller bisherigen Transaktionen ausmachen, wodurch sich die getätigte Übertragung des Wertes als richtig validieren lässt. Durch diese Technologie lässt sich also beweisen, dass die getätigte Transaktion zu den früheren Transaktionen gehört und auf diesen aufbaut. Dadurch entsteht ein System, in dem es unmöglich gemacht wird, Existenz oder Inhalt früherer Transaktionen zu manipulieren oder gar zu löschen, ohne ebenfalls alle späteren Transaktionen zu tilgen. Die anderen Teilnehmer dieser Transaktionskette (der Blockchain), würden demnach sofort Ungereimtheiten im mathematischen Code feststellen können und somit Manipulation aufdecken können. Das macht die Blockchain-Technologie und letztlich auch die Kryptowährungen auch so attraktiv für viele Anwender.</p>
<p>Mit der Blockchain entsteht also ein elektronisches, nicht manipulierbares, unzerstörbares Logbuch. Genau damit entstehen jedoch auch wieder Möglichkeiten, die eine Umgestaltung unserer gesamten Gesellschaft mit sich bringen wird.</p>
<h2>Ist unsere Privatsphäre in Gefahr?</h2>
<p>Denn damit kann jeder Euro, jeder Cent in der gesamten Kette zurückverfolgt werden. Es kann nachvollzogen werden, wann das Geld wem gehörte und vor allem, was derjenige damit bei wem eingekauft hat. Bedenken wir, dass die Anonymität, die z. B. der Bitcoin verspricht, auf Programmierleistungen seiner Urheber zurückgeht. Das muss die EZB nicht ebenso umsetzen. Es wäre sogar politisch unklug, dies zu tun. Diese Informationen gehen grundsätzlich nicht verloren. Theoretisch wäre es damit in einer Welt der von Zentralbanken emittierten Kryptowährung möglich alle Einkäufe eines Bürgers nachzuvollziehen. Ganz gleich, wie gering auch der Betrag auch gewesen sein mag. Da die Zentralbanken staatliche Institutionen sind, würde der Staat selbst jede einzelne Transaktion eines jeden einzelnen Bürgers überwachen können. Das ganze Leben wird damit in der vom Staat bereitgestellten Blockchain gespeichert – und das für die Ewigkeit.</p>
<p>Jetzt mag der eine oder andere meinen, dass er nichts zu verbergen hat. Doch es muss jedem klar sein, dass der Staat dann nicht nur weiß, mit wem man Geschäfte macht, sondern auch, was die sexuellen Vorlieben, die allgemeinen Präferenzen sind. Wem man Geld spendet oder welche politische Einstellung man hat. Nun – selbst, wenn wir der jetzigen Regierung vertrauen können und davon ausgehen, dass diese solch eine Technologie nicht missbrauchen würde. Wer kann denn garantieren, dass eine künftige Regierung genauso vertrauenswürdig sein wird? Bedenken Sie, die Daten sind für die Ewigkeit im Logbuch gespeichert.</p>
<p>Demnach gibt es hier zu Recht bedenken von Datenschützern. Insbesondere in Zeiten, in denen ganz offensichtlich der Datenschutz dem Infektionsschutz zunehmend untergeordnet wird, sollte man mit wachsamen Augen darauf achten, dass die Privatsphäre und der Schutz der eigenen Daten nicht gefährdet werden.</p>
<p>Es gibt zudem auch die Vorstellung, dass jeder Bürger ein eigenes Konto bei der Zentralbank haben soll. Angenommen, es gäbe tatsächlich nur noch die Möglichkeit über ein Zentralbankkonto mittels digitalem Geld zu bezahlen. Der Staat hätte damit uneingeschränkte Macht über seine Bürger. Rein theoretisch wäre es demnach nicht einmal mehr möglich, sich eine Packung Butter zu kaufen, ohne dass der Staat dafür seine Zustimmung gibt.</p>
<p>Natürlich sind das sehr dystopische Gedanken, aber wer weiß, welche Interessen von einer zukünftigen Regierung verfolgt werden?</p>
<h2>Ein weiteres Gedankenspiel: Wenn die Krankenversicherung weiß, was ich zum Frühstück esse</h2>
<p>Um noch einen drauf zu setzen: Was wäre, wenn irgendwann aus irgendwelchen Gründen z. B. Krankenkassen Zugang zu diesem Logbuch bekommen würden? Nehmen wir an, dass der Staat ein tatsächlich übergeordnetes Interesse an der Gesundheit seiner Bürger hat. Nehmen wir weiterhin an, dass es in der Zukunft ein reformiertes Beitragssystem gibt, in dem die individuelle Lebensgestaltung eines jeden Menschen zur Ermittlung des Krankenkassenbeitrages herangeführt wird.</p>
<p>Was denken Sie, wie sich der tägliche Zigarettenkonsum, die wöchentliche Flasche Wein oder das Spiegelei zum Frühstück auf Ihren Krankenkassenbeitrag auswirken würden?</p>
<p>Welche Möglichkeiten würde es hier für den Staat geben bspw. ein klimafreundlicheres Verhalten bei den Bürgern zu erzielen? Es wäre rein theoretisch der beschränkte Zugang zu bestimmten Leistungen möglich. Vielleicht können Sie dann nur noch zu bestimmten Zeiten oder in vorgesehenen Mengenbegrenzungen Benzin oder Diesel tanken?</p>
<p>Zugegebenermaßen, handelt es sich um eine wirklich düstere Zukunft, die ich hier skizziere. Ich will selbige auch gar nicht beschwören. Doch sollte man wachsam sein, um solche dystopischen Zustände zu verhindern.</p>
<h2>CBDC erhöht Bank Run und Inflation</h2>
<p>Durch die Einführung eines digitalen Zentralbankgeldes (CBDC) entstehen aber auch erhebliche Risiken für das Geld- und Finanzsystem selbst. Es gibt aus meiner Sicht drei sehr bedeutende Bruchstellen im CBDC-System: Die Disintermediation, der Bank Run und eine galoppierende Inflation.</p>
<h3>Die Disintermediation</h3>
<p>Wie bereits oben geschildert, sind die Geschäftsbanken derzeit noch die Hauptemittenten von Geld, welches der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung steht. Ihr hauptsächliches Geschäftsmodell besteht in der Vergabe von Krediten und der Erwirtschaftung der sich daraus ergebenden Zinsen. Auf der anderen Seite arbeiten die Geschäftsbanken natürlich auch mit den Einlagen, die ihre Kunden bei ihnen auf den Konten lagern – Giralgeld genannt. D. h. die Geschäftsbanken fungieren als sog. Finanzintermediäre. Sie sind also Vermittler des Geldes. In einem Geldsystem, in dem die Bürger zumindest die Möglichkeit bekommen, ein Konto bei der Zentralbank zu halten, bekämen die normalen Geschäftsbanken eine heftige Konkurrenz. Denn da Zentralbanken de facto nicht insolvent gehen können, bietet es sich an, das Buchgeld lieber auf einer Notenbank zu parken, die sicherer ist. Den herkömmlichen Geschäftsbanken würde ein wesentlicher Teil ihrer Einlagen wegbrechen. Das Ausschalten der Geschäftsbanken als Vermittler des Geldes käme damit einer Disintermediation gleich.</p>
<h3>Der Bank Run</h3>
<p>Des Weiteren würde sich die Gefahr eines Bank Run durch die Einführung eines digitalen Zentralbankgeldes massiv erhöhen. Aus den oben bereits geschilderten Gründen würde es demnach zu einer Flucht des Geldes von den Geschäftsbanken hin zur Zentralbank geben. Es ist einfach sicherer, sein Geld direkt bei der EZB oder der Deutschen Bundesbank zu parken, als es auf einer Geschäftsbank zu lassen, die wohlmöglich aufgrund dieser Entwicklung zunehmend ins Straucheln gerät. Da ohnehin lediglich ca. 10 Prozent der Buchgeldmenge durch tatsächliches Bargeld gedeckt sind, würde die Einführung eines digitalen Euros diese Gefahr noch potenzieren. Die Gefahr eines Bank Runs besteht auch jetzt bereits. Das Eurofinanzsystem hat spätestens seit 2008 erheblich an Vertrauen verloren. Tatsächlich hat sich das Finanzsystem seit dem Weltfinanzcrash vor ca. 13 Jahren nicht vollends erholt. Auch während der Anfänge der Corona-Pandemie haben sich hier spürbare Bewegungen des Geldes von den Geschäftsbankkonten weg gezeigt (siehe z. B. diesen <a href="https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/keine-angst-ums-bargeld-unsere-tresore-sind-voll/25673416.html">Tagesspiegel-Bericht</a>). Es ist bezeichnend, dass die Sparkassen dieser Zeit betonten, wie sicher die Einlagen sind und es daher nicht notwendig sei, so viel Geld vom Konto abzuheben. Gleichzeitig warnten sie auch davor, zu viel Geld zu Hause aufzubewahren. Da sollte man hellhörig werden. Denn wenn genügend Bargeld vorhanden ist, warum müssen die Banken die Menschen dann mit solchen Meldungen beruhigen bzw. sogar vor dem angeblich nicht das Bankensystem bedrohenden Verhalten warnen?</p>
<h3>Die galoppierende Inflation</h3>
<p>Der Alptraum aller Währungshüter ist die galoppierende Inflation. Unter Inflation versteht man im Allgemeinen den Anstieg von Preisen. Allerdings handelt es sich dabei lediglich um eine Folge, die sich aus der Inflation ergibt. Das Wort ist aus dem Lateinischen abgeleitet und bedeutet so viel wie „Aufblasen“ oder „das Sichaufblasen“. Tatsächlich handelt es sich dabei um die Ausweitung der Geldmenge, womit eine Entwertung desselben einhergeht. Grundsätzlich stellt die Geldmenge quantitativ die Nachfrage innerhalb einer Volkswirtschaft dar. Dem stehen die Waren und Dienstleistungen als Angebot gegenüber. In einem ausgeglichenen Markt (Marktgleichgewicht) sind Angebot und Nachfrage gleich. Wird die Geldmenge „aufgebläht“, erhöht sich auch die Nachfrage. Bei konstantem Angebot, also bei ausbleibenden Wirtschaftswachstum, wird also das Geld zunehmend entwertet. Man kann also für das gleiche Geld weniger Waren und Dienstleistungen nachfragen.</p>
<p>Aufgrund des Naturgesetzes, dass sich die Preise aus dem Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage ergeben, steigen dann automatisch auch erstere bei einer ausgeweiteten Nachfrage (Geldmengenerhöhung) und stagnierendem Angebot (Waren und Dienstleistungen). Die Inflation ist also ein Marktungleichgewicht zu Gunsten der Nachfrage.</p>
<p>Gemäß der Quantitätstheorie gehört neben der reinen Geldmenge auch die Umlaufgeschwindigkeit, die das Maß der Nachfrage ergibt. Die Nachfrage ist demnach das Produkt aus Geldmenge und der Anzahl der Wechsel des Geldes.</p>
<p>Durch die Einführung eines digitalen Zentralbankgeldes, das einer breiten Öffentlichkeit zugänglich ist, würde sich die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes massiv erhöhen. Die Übertragung der Werte wäre per Mausklick oder gar per App via Smartphone möglich. Vorausgesetzt der digitale Euro ersetzt das Bargeld komplett, würde dies also zu einem vermehrten Umschlagen des Geldes führen. Neben der ohnehin durch die Quantitative Easing Programme der EZB (Eine Erklärung dafür findet sich <a href="https://www.bundesbank.de/dynamic/action/de/startseite/glossar/723820/glossar?firstLetter=Q&amp;contentId=652692">hier</a>) massiv ausgeweiteten Geldmenge würde dann auch noch eine massiv erhöhte Umlaufgeschwindigkeit eintreten. Die Folge könnte eine galoppierende Inflation sein.</p>
<p>Unter der galoppierenden Inflation versteht man einen rasanten und kaum noch kontrollierbaren Preisanstieg zwischen 30 und 50 Prozent pro Monat.</p>
<h2>Was bedeutet das für mich?</h2>
<p>Wie wir oben bereits gesehen haben, birgt das digitale Zentralbankgeld auch einige Risiken. Wie das CBDC letztendlich gesellschaftlich und ökonomisch ausgestaltet wird, können wir natürlich nicht wissen. Es ist auch nicht gesagt, dass jeder einzelne EU-Bürger hier ein direktes Zentralbankkonto bekommen wird. Vielleicht wird die EZB auch nur mit mobilem digitalen Vollgeld arbeiten oder es wird nur einen indirekten Zugang zu der Zentralbank (Whole-CBDC) geben. Die Möglichkeiten sind verschieden und könnten theoretisch auch von EU-Land zu EU-Land variieren. Als weitestgehend sicher kann jedoch angesehen werden, dass es zu der Einführung eines digitalen Zentralbankgeldes kommen wird – soweit es nicht einen grundlegenden Paradigmenwechsel innerhalb der Währungspolitik gibt. Denn letztendlich haben die Währungshüter und Finanzpolitiker kaum eine andere Wahl, wenn sie das Finanzsystem retten wollen, welches bereits seit 2008 in sich marodiert.</p>
<p>Gemäß dem Motto „Hoffe auf das Beste und rechne mit dem Schlimmsten“, sollte man auch auf die düstere Dystopie des gläsernen Menschen und der galoppierenden Inflation vorbereitet sein.</p>
<h3>Bitcoin und andere Kryprowährungen</h3>
<p>Der Bitcoin als erste weltweite Kryprowährung macht momentan eine sehr gute Figur als Anlageobjekt. Auch wenn sein intrinsischer Wert geringer ist als die Baumwolle, aus der die Euroscheine bestehen – immerhin kann man mit selbigen noch tapezieren, sollte der Kaufwert gegen 0 gehen – verspricht die dahinterliegende Blockchain-Technologie ein sehr stabiles Vertrauensgerüst. Es mag komisch klingen, aber diese Bits and Bytes, aus denen der Bitcoin besteht, werden auf Dauer einen höheren Tauschwert erzielen als Gold, Silber oder andere Edelmetalle. Dennoch gibt es zwei grundlegende Merkmale, die mich persönlich zurückschrecken lassen, zu viel auf dieses Pferd zu setzen. Zunächst erinnert der Hype der Kryptowährungen an die Dotcom-Bubble oder andere „Hausfrauen-Hausse“. Jeder, ob Taxifahrer, Profianleger oder Hausfrau wollen in den Bitcoin investieren. Da bewegt sich demnach zu viel „stupid money“ und muss früher oder später zumindest eine Korrektur erfahren. Zweitens stellt der Bitcoin die wohl größte Konkurrenz eines digitalen Währungssystems dar, weshalb man sich nicht darauf verlassen sollte, dass er weiterhin ohne Einschränkungen existieren darf, wenn das CBDC erst einmal eingeführt ist. Das kann bis hin zum Verbot führen.</p>
<h3>Gold als „sicherer Hafen“</h3>
<p>Gold ist ein sicherer Hafen, da es das älteste und vertrauenswürdigste Anlageobjekt der Welt ist. Obgleich man sich über den tatsächlichen intrinsischen Wert und den Nutzen dieses Edelmetalls streiten kann, genießt es weltweit und seit tausenden von Jahren in nahezu allen Kulturen den Ruf eines ewig haltbaren Investments. Über die Eigenschaften ist schon viel geschrieben worden und es kann als apriorisch angesehen werden, dass Gold werthaltig und vertrauenswürdig ist. Fakt ist, dass man es in jedem Land wird verkaufen können. Es ist kein typisches Renditeobjekt, wie bspw. der Bitcoin, der zudem hochspekulativ ist, wie wir gesehen haben. Bei Gold handelt es sich um eine Sicherheit. Man kann sein Vermögen bspw. vor Entwertung, also Inflation schützen. Ganz gleich wie der momentane Goldpreis stehen mag, sollte man welches kaufen, wenn man keins hat. Gold ist ein sicherer Hafen und bietet Schutz vor der schleichenden Enteignung der Geldlockerungspolitik und erst recht vor galoppierender Inflation. Sollte es zu einem Bank Run kommen, wird physisches Gold davon eher profitieren. Auch Gold kann theoretisch verboten werden – wie es uns die Geschichte lehrt. Es ist bei weitem nicht so wertvoll für die Industrie wie z. B. Silber. Doch wird sich auch die Politik vor solchen Eingriffen hüten. Zumindest ist nicht zu erwarten, dass es wenn dann ein weltweites Goldverbot gäbe. Des Weiteren würde sich ein Verbot leicht abzeichnen, womit genügend Zeit wäre, um das Gold bspw. in Silber oder in andere Wertanlagen zu wechseln.</p>
<h3>Silbermünzen bedeuten Freiheit</h3>
<p>Mit Silber lassen sich bekanntlich temporär Gewinne erzielen, da das Metall viel volatiler ist als Gold. Es gibt hier keinen kontinuierlichen Preisanstieg. Dennoch wird es zunehmend nachgefragt, womit sich auch der Tauschwert auf Dauer erhöhen wird. Sollte das CBDC zu der vollkommenen Beseitigung des Bargeldes führen, ist damit, wie oben bereits beschrieben, ein sehr wichtiger Aspekt unseres Lebens gefährdet: unsere Privatsphäre. Silbermünzen können diese schützen, indem sie als Zahlungsalternative auch für kleinere Kaufaktionen dienen. Gleiches gilt theoretisch auch für kleine Stückelungen von Gold. Die sind allerdings teurer, denn je kleiner die Stückelung ist, desto höher der Aufwand zur Gestehung pro Gramm. Silbermünzen hingegen haben aufgrund ihrer Prägung einen gewissen Anziehungswert auch für kleinere Anleger und ggf. auch für Sammler. Der Sammelcharakter wird in Krisenzeiten oder im Zusammenhang mit Transaktionen außerhalb des CBDC nicht unbedingt honoriert, aber eine Silberunze Maple Leaf oder den recht neuen Krügerrand Silber erkennt jeder. Zudem sind die Preise erschwinglich. Silber wird ja auch gerne als das Gold des kleinen Mannes bezeichnet. Silber kann im Gegensatz zum Bitcoin oder auch zu Gold nicht so einfach beschränkt werden, da es ein viel zu wichtiger Rohstoff für die Industrie ist. Damit dienen Silbermünzen perfekt als Alternative zu einem evtl. digitalen Zentralbankgeldsystem.</p>
<h2>Fazit</h2>
<p>Die Zeiten sind ohnehin turbulent und niemand von uns hat eine Glaskugel. Vielleicht werden die bereits jetzt schon Gestalt annehmenden Pläne zur Einführung eines digitalen Zentralbankgeldes nie Wirklichkeit. Vielleicht kommt es sogar zu einem Paradigmenwechsel in Wirtschaft und Politik, so dass die Pläne irgendwann ad acta gelegt werden. Verlassen sollte man sich besser nicht darauf. Auch wenn ich selber stets das Beste hoffe, so sehe ich doch eine zumindest zeitweise düstere Zukunft für Eigentum und Wohlstand. Wer in solchen Zeiten nicht gläsern sein will, sollte daher Edelmetalle griffbereit haben. Für stürmische Etappen gewappnet zu sein, hat noch niemanden geschadet. Auf jeden Fall hilft es ungemein, sich auch auf Eventualitäten einzuspielen.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Der Artikel erschien zuerst auf dem Finanzblog der Noble Metal Factory OHG und ist <a href="https://goldblog.eu/der-digitale-euro-und-der-glaeserne-mensch/">hier</a> abrufbar.</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Pierre Dornbrach ist Wirtschaftsingenieur und studiert derzeit nebenberuflich Rechtswissenschaften. Er befasst sich seit mehr als 10 Jahren mit Fragen rund um das Thema Finanzen, Vermögensaufbau und Wirtschaftspolitik. Zudem ist er Geschäftsführer der Pentallum OHG, die sich auf den Vertrieb von Edelmetallen spezialisiert hat. Neben dem großen Thema Gold und Silber hegt er eine Faszination für die Turbulenzen an den Börsen sowie für die Geopolitik.</p></div>
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<p>Der Beitrag <a href="https://pro-id.net/digitalisierung/der-digitale-euro-und-der-glaeserne-mensch/">Der digitale Euro und der gläserne Mensch</a> erschien zuerst auf <a href="https://pro-id.net">ProID</a>.</p>
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